KLEINER MANN, WAS NUN?

nach dem Roman von Hans Fallada

Hamburg, Anfang der Dreißiger Jahre: Der Angestellte Pinneberg heiratet sein „Lämmchen“, und der Himmel hängt voller Geigen. Zumal sich auch schon Nachwuchs ankündigt, und der „Murkel“, da sind sich die jungen Eheleute einig, „soll nichts auszustehen haben“. Doch das Leben ist hart in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, und Arbeitsplätze sind rar. Weil Pinneberg sein Lämmchen der Tochter seines Chefs – „Marie heißt das Biest!“ – vorgezogen hat, setzt ihn deren Vater ohne viel Federlesens zum nächsten Ersten auf die Straße. Wie Millionen Anderer in den schweren Jahren zwischen den Kriegen steht jetzt auch Johannes Pinneberg vor dem Nichts. Zum Glück ist da noch Lämmchen, die mit unerschütterlichem Optimismus in die Zukunft blickt: „Was wollen wir glücklich sein!“
Doch schnell wird die kleine Familie vom harten Alltag eingeholt: Wohnungsnot, Inflation und Armut machen nun auch vor den Pinnebergs nicht mehr Halt.
Das junge Ehepaar setzt alles auf eine Karte. In Berlin, bei Pinnebergs exzentrischer Mutter Mia, hofft es, Arbeit und Unterkunft zu finden. Hier lockt das Großstadtleben, hier klingen noch die Goldenen Zwanziger nach, hier fließt der Champagner in Strömen, und „Unter den Linden“ tanzt man der beginnenden Machtergreifung der Nationalsozialisten zum Trotz in Bars, Varietés und auf dem Vulkan. Für den „kleinen Mann“ jedoch werden die Zeiten immer schwerer. Trotzig versuchen Pinneberg und Lämmchen, ihr kleines Glück gegen alle Härten des Lebens zu verteidigen …

Mit seinem Roman „Kleiner Mann, was nun?“ wurde Hans Fallada 1930 weltbekannt. Wie kein anderer vor ihm hatte er, selbst ein „armer Arbeitsloser mit Kind“, den Nerv seiner Zeit getroffen, die Ängste und Sorgen des „kleinen Mannes“ in Worte gefasst: „Daß einer aus dieser Dreckzeit, aus Dreck und Feuer dieser Zeit etwas Herrliches machen kann, das ist das Mirakel! Wer weiß, ob in fünfzig oder hundert Jahren einer Ihr Buch noch verstehen wird – aber heute versteht man es und heute weiß ein Mensch wie ich, dass es Ihnen gelungen ist, aus Straßendreck Schönheit zu formen“, schrieb ein zutiefst berührter Leser an den Autor.
Mehr als achtzig Jahre später verstehen wir Falladas Roman nur zu gut: Denn damals wie heute geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, bedrohen Arbeits- und Perspektivlosigkeit, soziale Ungleichheit und Stigmatisierung nicht nur unser privates Glück, sondern zugleich auch in beängstigender Weise den Frieden und die demokratischen Werte unserer Gesellschaft: Kleiner Mann, was nun?