PS

Ein paar Worte zu unserem Arbeitsverständnis:
Der Begriff “Theater” leitet sich vom griechischen Wort “theatron” ab, das den “Zuschauerraum” im Theater bezeichnet. Ein “Pädagoge” war im alten Griechenland derjenige, der die Kinder reicher Eltern morgens zur Schule hin und abends wieder zurück begleitete. Zusammengefasst und reduziert auf diese ursprünglichen Wortbedeutungen ist ein Theaterpädagoge also jemand, der nicht-professionelle Akteure “an den Zuschauerraum heranführt”. Dies kann aus zwei Richtungen geschehen: 1.) jemanden bei seinem ersten Theaterbesuch in den Zuschauerraum hineinbegleiten und ein Stück ansehen und 2.) jemanden über die Bühne an den Zuschauerraum heranführen, damit er selbst etwas darbietet.

In beiden Fällen ist der zu Begleitende aktiver Teilnehmer. Sowohl in der Rezeption als auch in der Produktion ist er stetig dazu eingeladen, seine Sichtweisen und Ideen zum gerade anstehenden Thema in die Auseinandersetzung mit anderen Zuschauern und Bühnenakteuren einzubringen. Auf Basis dieser experimentierenden Haltung zur Kunst werden Erfahrungs- und Denkräume geöffnet, die Mittel des Theaters praktisch erkundet und ästhetische Formen für einen performativen Theateransatz mit Kindern, Jugendlichen und Senioren gesucht.

Ziel ist ein Arbeitsergebnis mit Bildern und Geschichten, “die nicht auf der Ebene der reinen Wiedergabe von Alltagsrealität verbleiben, sondern Akzentsetzungen, Verdichtungen, Vergrößerungen, Banalisierungen oder ▄berhöhungen enthalten und die dazu angetan sind, die Spieler selbst zu überraschen und von ihrer eigenen Ausdrucksfähigkeit zu überzeugen.” (Hilliger, Dorothea: Theaterpädagogische Inszenierungen. Schibri-Verlag, 2009.)